»Schlingernd wie Blätterhaufen im Wind…«

»…und stampfend, als ob sie brennendes Gras löschen wollen.« So sollen sich die Tänzer*innen laut Strawinsky im abschließenden Tanz des ersten Bildes des Sacre du printemps bewegen. Etwa „Austanzen“ könnte man den ursprünglich geplanten russischen Titel dieses ungebändigten Kreisens übersetzen, daraus wurde endgültig die „Danse de la terre„. Auf die Harmonik dieses delirierenden ersten Finales … Mehr »Schlingernd wie Blätterhaufen im Wind…«

»Die ganze Sache muss von Anfang bis Ende im Tanz ausgedrückt werden…«

»…kein Takt pantomimische Darstellung.« Nun, bis auf genau vier Takte – doch dazu mehr am Ende des heutigen Blogbeitrags. Zahlreiche Zitate von Igor Strawinsky belegen, dass er ziemlich genaue und auch strenge Vorstellungen zur Choreographie seines Sacre du Printemps hatte. Zwar war seine Absicht denkbar weit von einem Handlungsballett entfernt (davon zeugt unter anderem das … Mehr »Die ganze Sache muss von Anfang bis Ende im Tanz ausgedrückt werden…«

Ein Frühlingsreigen muss keine heitere Angelegenheit sein…

…das zeigen uns die „Rondes printanières“ aus Strawinskys Sacre. So sahen andere zeitgenössische Künstler den Tanz in den Mai, hier der Wiener Secessions-Maler Maximilian Lenz (Lenz!), laut Wikipedia tatsächlich zeitgleich im Jahre 1913: Gegensätzlicher könnten die Bilder kaum sein, die einem zum Sacre in den Kopf kommen. Dort wird zum Rundtanz das erste Mal seit … Mehr Ein Frühlingsreigen muss keine heitere Angelegenheit sein…

Entführung?!? Sie wollen doch nur spielen…

…aber leider wissen wir schon, dass es am Ende für die Primaballerina schlecht ausgehen wird, opfert sie sich doch dem Frühling. Jeu du rapt – „Entführungsspiel“ – heißt der zweite getanzte Abschnitt des Sacre du printemps (Ziffer 37–47). In der dafür gewidmeten Sitzung des Werkanalyse-Seminars analysierten meine Studierenden und ich vornehmlich Rhythmus und Form. Bisher … Mehr Entführung?!? Sie wollen doch nur spielen…

Dass man sich in musikalische Analyse wie ein Windhund verbeißen kann…

…erwähnte ich bereits an ganz anderer Stelle. Und ich finde es geradezu beruhigend, dass dies nicht nur mir so gehen kann, sondern auch den Studierenden. So jedenfalls passiert in der letzten Seminarsitzung zum Sacre. War der Plan eigentlich gewesen, mit der Analyse des zweiten getanzten Abschnittes des Balletts, Jeu du rapt, fortzufahren, kam es anders. … Mehr Dass man sich in musikalische Analyse wie ein Windhund verbeißen kann…

Ein Frühjahrsputz war im heidnischen Russland eine Sache auf Leben und Tod…

…wenn man der Handlung des Balletts von Igor Strawinsky nach dem Libretto des Künstlers, Theosophen und selbsternannten Altertumsforschers Nicholas Roerich glauben möchte. „Bilder aus dem heidnischen Russland“ lautet der Untertitel des Sacre du printemps. Ich jedenfalls gönne mir, wie im letzten Blogbeitrag erwähnt, zur schönsten Jahreszeit kein Online-Shopping-Erlebnis sondern ein corona-konformes Online-Seminar zum Frühlingsopfer. Da … Mehr Ein Frühjahrsputz war im heidnischen Russland eine Sache auf Leben und Tod…

Ein One-Hit-Wonder war Igor Strawinsky beileibe nicht…

…aber mit einem Werk wird man ihn wohl immer am Stärksten verbinden: Dem Sacre du printemps, zu deutsch: Das Frühlingsopfer oder Die Frühlingsweihe, englisch The Rite of Spring (Strawinsky hätte The Coronation of Spring bevorzugt) und russisch Весна священная (Vesna svjaščennaja) – in jeder Sprache und Version hat der Titel einen leicht, aber dennoch deutlich … Mehr Ein One-Hit-Wonder war Igor Strawinsky beileibe nicht…

Während viele Musiker*innen vielleicht gar nicht wissen (wollen), was ein Satzmodell ist…

Musikalische Satzmodelle sind ein hervorragendes Werkzeug zur Analyse, zum Improvisieren und Komponieren in historischen Stilen, aber auch im Jazz und Pop. Beispiele der Quintfallsequenz illustrieren dies. … Mehr Während viele Musiker*innen vielleicht gar nicht wissen (wollen), was ein Satzmodell ist…

In diesem zweiten Blog-Beitrag über Gabriel Pierné (1863-1937)…

…soll es vor allem um seine rhythmische Erfindungskraft gehen, die meiner Meinung nach diesen Komponisten zwischen Spätromantik, Impressionismus und Moderne angenehm über die typische Tagesproduktion seiner Zeit hinaushebt. Seine kompositorischen Wurzeln hat Pierné, wie im letzten Beitrag beschrieben, bei César Franck, sein Verhältnis zur Rhythmik rückt ihn jedoch eher in die Nähe Gabriel Faurés (1845-1924). … Mehr In diesem zweiten Blog-Beitrag über Gabriel Pierné (1863-1937)…

Endlich scheine ich Zeit für die Umsetzung guter Vorsätze zu haben…

…eine Operation am Arm zwingt mich dazu, alles zu unterlassen, was damit zu tun haben könnte, Klaviere zu spielen, zu verschieben oder Tafeln zu beschriften. Also bleiben für ein paar Wochen nur häusliche Tätigkeiten, die ich als einarmiger Bandit erledigen kann: An meinem E-Book über barocke Vokalornamentik weiterschreiben (kein Witz), Steuererklärung machen, etwas komponieren, die … Mehr Endlich scheine ich Zeit für die Umsetzung guter Vorsätze zu haben…