»Haben Sie schon die Ringe von den Schwämmen auf dem Boden gesehn?…«

„…lange Linien, krumme Kreise, Figuren, da steckt’s! da! Wer das lesen könnte.“ So erschauderd der Soldat Franz Woyzeck in der ersten Fassung des Dramas von Georg Büchner. Um geheimnisvolle Kreise geht es auch im zweiten Bild des Sacre du Printemps, das in der Nacht spielt. Mir erschien das Büchner-Zitat auch immer schon passend, wenn es … Mehr »Haben Sie schon die Ringe von den Schwämmen auf dem Boden gesehn?…«

Das Krabbeln, Nagen, Taumeln von Vögeln und Tieren…

…solle das Vorspiel zum Sacre darstellen, das Erwachen der Natur im Frühling – so Igor Strawinsky in den Gesprächen mit seinem Faktotum Robert Craft. Ich muss gestehen, solche Bilder stellten sich bei mir nicht ein. Ich dachte beim Hören immer mehr an aufsprießende Pflanzen und einbrechendes Frühlingswetter als an die Fauna. Das Erlebnis eines mächtigen … Mehr Das Krabbeln, Nagen, Taumeln von Vögeln und Tieren…

»Schlingernd wie Blätterhaufen im Wind…«

»…und stampfend, als ob sie brennendes Gras löschen wollen.« So sollen sich die Tänzer*innen laut Strawinsky im abschließenden Tanz des ersten Bildes des Sacre du printemps bewegen. Etwa „Austanzen“ könnte man den ursprünglich geplanten russischen Titel dieses ungebändigten Kreisens übersetzen, daraus wurde endgültig die „Danse de la terre„. Auf die Harmonik dieses delirierenden ersten Finales … Mehr »Schlingernd wie Blätterhaufen im Wind…«

»Die ganze Sache muss von Anfang bis Ende im Tanz ausgedrückt werden…«

»…kein Takt pantomimische Darstellung.« Nun, bis auf genau vier Takte – doch dazu mehr am Ende des heutigen Blogbeitrags. Zahlreiche Zitate von Igor Strawinsky belegen, dass er ziemlich genaue und auch strenge Vorstellungen zur Choreographie seines Sacre du Printemps hatte. Zwar war seine Absicht denkbar weit von einem Handlungsballett entfernt (davon zeugt unter anderem das … Mehr »Die ganze Sache muss von Anfang bis Ende im Tanz ausgedrückt werden…«

In diesem zweiten Blog-Beitrag über Gabriel Pierné (1863-1937)…

…soll es vor allem um seine rhythmische Erfindungskraft gehen, die meiner Meinung nach diesen Komponisten zwischen Spätromantik, Impressionismus und Moderne angenehm über die typische Tagesproduktion seiner Zeit hinaushebt. Seine kompositorischen Wurzeln hat Pierné, wie im letzten Beitrag beschrieben, bei César Franck, sein Verhältnis zur Rhythmik rückt ihn jedoch eher in die Nähe Gabriel Faurés (1845-1924). … Mehr In diesem zweiten Blog-Beitrag über Gabriel Pierné (1863-1937)…